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Geschichte des ASV Pegnitz


Der ASV Pegnitz besteht nun schon seit über 60 Jahren. In dieser Zeit, die angefüllt war mit vielen sportlichen und gesellschaftlichen Ereignissen, galt es aber auch mit viel innerer Kraft so manche, zum Teil nicht vermeidbare Rückschläge zu überwinden.

Bereits kurz nach dem zweiten Weltkrieg, als das Leben wieder normale Formen annahm, wollte man sich in Pegnitz auch wieder mehr dem Sport zuwenden. Da durch das Kontrollratsgesetz ein Aufleben der alten traditionellen Sportvereine vorerst verboten war, stand die Gründung eines „Einheitsvereins“ zur Diskussion. Voraussetzung hierzu war die Benennung zweier „unbelasteter“ Persönlichkeiten, die gegenüber der amerikanischen Verwaltung dafür einstehen mußten, dass das Hauptziel des Vereines die Ausübung des Sports sein würde.

An 29. Januar 1946 gründeten 38 sportbegeisterte Pegnitzer in der heutigen „Glückauf Gaststätte“ in der Lohesiedlung einen Sportverein, indem alle Sportarten ein Zuhause haben sollten. Er wurde „Allgemeiner Sportverein Pegnitz“ kurz „ASV Pegnitz“ genannt. Mit den Stadträten Hans Frohnhöfer und Hermann Mellinghoff hatte man die zwei notwendigen Garanten gefunden. Der ASV Pegnitz konnte nun seine Aktivitäten entfalten.

Josef Schmatz, 1. Vorstand von 1946 bis 1949, und Paul Bier waren die beiden ersten Verantwortlichen des „Einheitsvereins“. Ihnen standen Hans Frohnhöfer als Kassier sowie Ernst und Wilhelm Mellinghoff als Beisitzer zur Seite. Stellvertretend für viele unermüdliche Helfer in den ersten Jahren sei besonders an Hans Förster, Hans Gentner, Oswald Grenz, Hermann Imhoff, Georg Lehmer und Michael Meier erinnert. Sie trugen entscheidend dazu bei, dass in allen Bereichen ein erfreulicher sportlicher Aufschwung erfolgte. Zahlreiche begeisterungsfähige Zuschauer verfolgten die Spiele und Wettkämpfe.
Auf dem Wiesweihersportplatz fanden die ersten Fußballspiele unter der Leitung von Paul Bier und die Handballspiele unter der Regie von Franz Heerlein und Richard Raschke statt. Am Schloßberg trugen die Leichtathleten mit Roland Ansorge und die Turner um Toni Buresch, Simon Mauerer und Adolf Vogel ihre Wettkämpfe aus.
In der Schloßberghalle wurde unter der Leitung von Ernst Folwarczny Tischtennis gespielt und unter Walter Greis und Karl Ross der Boxsport betrieben. Regelmäßig fand auch die Stadtmeisterschaft im Staffellauf und im Faustball statt.
Mit selbstgebastelter Ausrüstung begannen die Eishockeyspieler unter Robert Häring und Hans Schwarz sowie die Eiskunstläufer unter Heinrich Maaz am „Knopferweiher“ unter einfachsten Bedingungen ihren Sport nachzugehen.
Nach der Zeit von Josef Schmatz übernahm 1950 Hermann Sommer und in 1956 Georg Derra als Vorstand die Verantwortung über den Verein, bevor dann in 1957 Jupp Weber antrat.

Mit der Lockerung der Besatzungsvorschriften machten sich nun verschiedene Abteilungen selbständig und schlossen sich den wieder gegründeten Fachverbänden an.
So verließen im Februar 1953 die Turner den ASV und übernahmen wieder ihren traditionsreichen Namen „MTV“. Im Jahr 1957 riefen die Bergwerker den „ SV Glückauf Pegnitz“ ins Leben.

Die Abteilungen Eishockey und Eislauf machten sich im August 1963 selbständig und andere Abteilungen lösten sich ganz auf. Rückblickend kann man sagen das der ASV Pegnitz entscheidend das Sportgeschehen in unserer Stadt nach dem Kriege mit geprägt hat.

Eine harte Prüfung hatte der ASV im Jahre 1963 zu bestehen, als sich ein Großteil der aktiven Fußballer und einige Funktionäre vom Verein lösten und den FC Buchau-Pegnitz aufbauten.

Ein großes Glück war, dass der damalige Jugendbetreuer Hans Barthelmann mit seinen Jungens treu zum ASV stand. Unverdrossen, ganz im Geist der Gründungsväter, konnten die verbliebenen Spieler und Betreuer mit noch größerem Einsatz alle Schwierigkeiten meistern, die sich aus dem sportlichen Aderlaß ergeben hatten.

Mit viel Schwung und Elan wurden 1963 - 1965 das neue Sportgelände und das Sportheim in der Stadionstraße erstellt. Der Umzug vom legendären Wiesweihersportplatz in das neue Sportgelände in der Reusch war ein großer Meilenstein in der Geschichte des Vereins. Hier haben sich viele ASV´ler ein bleibendes Denkmal gesetzt. Besonders die Namen Georg Gebhard, Andreas Gentner, Oswald Grenz, Hans Knopf, Josef Pfab, Hans Schamel, Erich Wagner, Walter Lohmann sowie die damaligen Vorstände Jupp Weber (1957–1964) und Karl Pinzka (1965–1966) sollten, stellvertretend für viele Beteiligte, in Erinnerung bleiben.
Nach dieser Phase des Neuaufbaues wurden auch die sportlichen Erfolge wieder deutlich sichtbar, neue Sportarten kamen dazu.

Im März 1969 wurde die Abteilung Minigolf gegründet.
1. Abteilungsleiter war der damalige Platzbesitzer Rüdiger Schneider.

In 1970 folgte dann die Abteilung Basketball und eine Leichtathletik-Gruppe, die heute Seniorensport betreibt.
Die Sportkegler gründeten sich im Juli 1973 und wurden vom Sportkameraden Alfred Kiessling angeführt.

Aus einen Volkshochschulkurs heraus, wurde 1975 unter der Leitung von Wolfgang Hackebeil die Abteilung Judo ins Leben gerufen.

1987 folgte dann die Abteilung Damengymnastik unter der Leitung von Elke Prinzewoski, 1989 die Freizeitgruppe Volleyball, 1994 Badminton unter Arthur Wright und zum Abschluß in 2001 die Abteilung Dart unter Manfred Gebhard.
Vorstand war ab 1967 Georg Pritze, ab 1971 Richard Spachmüller und ab 1981 unser Sportsfreund Georg Gebhard, der leider viel zu früh verstarb. Ihm folgte dann 1988 unser heutiger Ehrenvorsitzender Bernd Haberland.
Durch das enorme Mitgliederwachstum, besonders im Jugendbereich bei den Fußballern, hier waren zeitweise bis zu 14 Mannschaften im Spielbetrieb, und bei den Judokas, wurden weitere Verbesserungen an den Sportanlagen notwendig.

Unter Vorstand Bernd Haberland, wurde 1993 das Hauptspielfeld mit zusätzlichem Kleinfeld neu gebaut und die Sportheimgaststätte mit Saal renoviert.

Ab 1998 wurde dann unter Vorstand Günter Bauer der lang ersehnte 3. Rasenplatz jenseits der Pegnitz mit entsprechender Anbindung an das Hauptgelände verwirklicht. Weiterhin konnte 2000 in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Bayreuth unser Hartplatz „Rote Erde“ in einen vorbildlichen Rasenplatz umgestaltet werden.

Am Sportheim wurde auch kräftig um- und angebaut. Küche, Toiletten und Eingang entstanden neu, der Thekenbereich wurde umgestaltet und im Keller wurde ein zusätzlicher Umkleideraum mit Dusche für die Fußballer geschaffen. Weiterhin wurde das Dach im Saalbereich neu gedeckt, die Außenfassade erneuert und eine neue Gasheizung mit Solaranlage für die Warmwasseraufbereitung eingebaut.

Diese Leistungen waren nur durch den unermüdlichen Einsatz unseres „Vereinsbaumeisters“ Josef Schwindel mit seinen Mannen, Heiner Dippold, Heinz Strößner und Roland Kral, um nur einige stellvertretend zu nennen, möglich.
Auch die Abteilung Judo bekam 2001 ein eigenes Zuhause. Durch die Überlassung des alten Feuerwehrhauses am Wiesweiher durch die Stadt Pegnitz, wurden von Karl Deucker und seinen zahlreichen Helfern, mit viel Eigenleistung, die Räumlichkeiten zu einem ansehnlichen Judo-Center (Dojo) umgestaltet.

Ein herzliches Dankeschön an alle Helfer, Gönner und an die Stadt Pegnitz für ihre gute Unterstützung.
Durch diese umfangreichen Investitionen in Höhe von fast 550 000 Euro im Zeitraum 1999 bis heute, wurden ausgezeichnete Rahmenbedingungen für den Sport im ASV Pegnitz, ganz besonders aber für unsere Jugend, geschaffen.
Das in unserer Satzung vorgegebene Vereinsziel „ Pflege und Förderung des Amateursports, insbesondere der Jugendarbeit“ wurden in den zurückliegenden Jahren erfolgreich verwirklicht. Viele Hunderte von Kindern und Jugendlichen wurden durch unsere Trainer und Betreuer sportlich ausgebildet und in ihrer sozialen Entwicklung gefördert und geprägt.
Für diese Leistungen wurde die Abteilung Fussball des ASV Pegnitz 1985 mit dem "Sepp Herberger Preis", 1998 und auch 2002 mit der "Silbernen Raute" und 2006 mit der "Goldenen Raute" vom Bayerischen Fussballverband ausgezeichnet.

Stolz ist der ASV auch auf seine Sportler, die aus der ASV Schule stammen und durch ihre hervorragenden sportlichen Leistungen wirklich Karriere gemacht haben. Else Denk-Härtle, eine Handballerin der ersten Stunde beim ASV, wechselte zum 1. FC Nürnberg, errang unzählige bayerische und auch deutsche Meisterschaften und spielte auch in der deutschen Handballnationalmannschaft. Helmut Siebert, genannt „ Holler“ machte Fußballkarriere beim SV Ulm 46, beim VFB Stuttgart, beim FC Freiburg und bei den Würzburger Kickers. Hans Reichel, ein talentierter Allround-Fußballer, spielte zusammen mit Altstar Fritz Semmelmann, bei der SpVgg Bayreuth lange Jahre hochklassig. Heinz Mellinghoff, unser „Flemmy“, machte als begabter Techniker Fußballkarriere bei Wacker München, FC Bayreuth, Kickers Würzburg und beim FC Herzogenaurach. Uwe Schreml, wechselte in die Fußball-Jugend zum 1. FC Nürnberg, wurde Jugendnationalspieler, und ging anschließend zur SpVgg Bayreuth. Weitere Stationen waren dann 1860 München, Eintracht Frankfurt und Hessen Kassel. Tobias Kreuzer, unser Aushängeschild bei den Minigolfern, wurde mit der deutschen Jugendnationalmannschaft Europameister, und errang überregional immer ausgezeichnete Platzierungen. Bianca Stein, unsere junge Sportkeglerin wurde in 2004 mit der Mannschaft Deutscher Meister in der B Jugend.

Die Mitgliederzahlen stiegen trotz der Vielzahl von Möglichkeiten, die den Kindern und Jugendlichen heute allgemein angeboten werden, von ca. 850 Mitgliedern in 1987 auf ca. 1021 Mitglieder in 2009 an.
34 % aller Mitglieder sind Jugendliche unter 18 Jahren. Damit liegt der ASV Pegnitz im Jugendanteil über dem Durchschnitt im Kreis Bayreuth, was auch eine Bestätigung für erfolgreiche Jugendarbeit ist.

Ein Zeichen von Selbsthilfe, Idealismus und Engagement ist auch die eigenständige Durchführung der Pegnitzer Zeltkirchweih nun schon seit 1990 durch die ASV Fußballer.

Über 60 Jahre ASV Pegnitz ist bestimmt ein würdiger Anlaß, all denen Dank zu sagen, die in der Vergangenheit durch ihre Leistung und persönliches Engagement die Geschicke zum Wohle unseres Vereins geleitet und geführt haben.
Ein Dankeschön unseren Altvorderen, unseren Vorständen und ihren Mitstreitern.

Ein weiterer Dank gilt unseren vielen Trainern, Betreuern, Schiedsrichtern, Funktionären und Helfern im ASV, die Woche für Woche ihre Freizeit für unseren Verein und hier ganz besonders für unsere Jugendlichen uneigennützig zur Verfügung stellen, unseren Platzwarten für die Hege und Pflege unseres Sportgeländes, unserer Stadt Pegnitz, stellvertretend unserem Bürgermeister Manfred Thümmler mit seinen Stadträten, unserem Landkreis Bayreuth, unseren örtlichen Schulen und der örtlichen Presse für ihre bereitwillige Unterstützung.

Die derzeitige Vorstandschaft unter Führung von Günter Bauer mit Abteilungsleitern fühlt sich verantwortlich, im Sinne ihrer Vorgänger den ASV weiter zu führen und zu entwickeln.

Auch in Zukunft sollen sich junge und auch ältere Menschen beim ASV Pegnitz Wohlfühlen können und mit Spaß und Freude ihren Sport nachgehen können.


 

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