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ASV Pegnitz feiert 60jähriges Jubiläum


Eine ebenso humorvolle wie nachdenklich stimmende Festrede hielt der frühere Gymnasiumchef Herbert Scherer am Samstagabend im fast voll besetzten ASV-Sportheim als Auftakt für den Festabend zum 60-jährigen Bestehen des Allgemeinen Sportvereins (ASV) Pegnitz.

Scherer spannte dabei den Bogen von der Vereinsgründung am 29. Januar 1946 durch 38 sportbegeisterte Pegnitzer in der Glückauf-Gaststätte bis heute.

Von diesen 28 Gründervätern leben heute noch elf. Gekommen zum Fest- und Ehrungsabend waren Hans Förster, Heinrich Gentner, Ernst Grotz, Siegfried Schauer und Erich Wagner. Sie wurden von ASV-Chef Günter Bauer als Gründungsmitglieder mit der Ehrenurkunde, der goldenen Ehrennadel mit Edelstein, dem Jubiläumskrug des ASV sowie mit der Verdiensturkunde und Ehrennadel des Bayerischen Landessportverbands (BLSV) geehrt.

Entschuldigt oder wegen Krankheit verhindert waren die weiteren Vereinsväter Hans Gentner, Walter Chwalka, Georg Dörfler, Hermann Haberberger, Adolf Meyer und Josef Nowak. Ihnen wird die Ehrung nachgereicht.

Scherer würdigte diese Gründungsmitglieder zuvor so: „Was nach 1945 in Pegnitz geschah, war etwas völlig Neues und Ungewöhnliches. Die Gründung eines Sportvereins nur acht Monate nach dem katastrophalen Ende des Zweiten Weltkriegs, die frei war von großen tragenden Ideen. Gegründet von Menschen, die geschlagen und gedemütigt, jeglicher Hoffnung beraubt und zum Teil aus ihrer Heimat vertrieben waren.”

Ein Fußballidol jener Zeit war Max Morlock, der große Clubspieler. „Mit Fressspielen tingelte er durch die Provinz und man war glücklich, dass viele Metzger Clubfans waren”, so Scherer.

„Politisch unbedenklich”

Zurück nach Pegnitz: Vereine durften dort nach dem Krieg laut der amerikanischen Besatzungsmacht nur von „politisch unbedenklichen Garanten” gegründet werden. Dies waren die Stadträte Hans Fronhöfer und Hermann Mellinghoff.

In der Anfangszeit wurde Fußball auf sumpfigen oder hängenden Wiesen, dann auf dem Kartoffelacker Wiesweiher gespielt. Auch die Spielklassengeografie bereitete manche Schwierigkeiten: „So stand der Halbigs Peter mit dem Mannschaftskoffer in Hersbruck, die Mannschaft aber in Schnaittach”, wusste Scherer zu berichten.

Markenzeichen des ASV sei heute die Pflege und Förderung des Amateursports, insbesondere der Jugendarbeit. 35 Prozent der fast 1200 Mitglieder sind unter 18 Jahre alt. Dies liege über dem Durchschnitt im Kreis Bayreuth.

Scherer forderte die Politik dazu auf, die Jugendarbeit in den Vereinen verstärkt zu fördern.

Auch kulturell habe der ASV viel geleistet. 1990 hätten die Fußballer die Pegnitzer Zeltkirchweih gerettet und zu neuer Blüte geführt.

Quelle: tw, Nordbayerische Nachrichten


ASV eine Säule der Stadt Pegnitz
Viel Lob und Anerkennung in der Jubiläumsfeier — Zahlreiche Mitglieder geehrt


„Es waren schöne, aber auch harte Zeiten“, sagte ASV-Vorsitzender Günter Bauer in der Feier zum 60-jährigen Bestehen des ASV Pegnitz. Trotz mancher Stolperstein habe der ASV die 60 Jahre ganz gut hinter sich gebracht, so Bauer im fast vollständig besetzten Sportheim.

Er hoffe, dass der ASV Pegnitz auch die nächsten 60 Jahre gut bewältigen werde. Auch die Redner bestätigten dem ASV gute Arbeit zum Wohle der Stadt, des Sports und der Jugend. Als erster trat Dekan Dr. Gerhard Schoenauer ans Rednerpult. Der Geistliche, selbst ein begeisterter Fußballer, sagte, in Pegnitz spiele die Kirche und der Fußball fast Doppelpass, so eng seien die Verbindungen. Er dankte dem ASV für die Verantwortung, die er übernommen habe; Sport sei eine wichtige Freizeitbeschäftigung und fördere das Fair-Play auf dem Feld und in der Gesellschaft.

Ehrungen 60 Jahre
Die Geehrten des ASV Pegnitz mit fünf anwesenden Gründungsmitgliedern, vorne, v. l.: Erich Wagner, Siegfried Schauer, Heinrich Gentner, Hans Förster, und Ernst Grotz. Foto: Schauer, NK
Die Festrede hielt der frühere Leiter des Gymnasiums Pegnitz, Herbert Scherer. Er spannte den Bogen von den Ursprüngen des Sports in Deutschland bis zur Pegnitzer Zeltkirchweih, die die Fußballer des ASV Pegnitz 1990 wieder zum Leben erweckt haben. Die Sportvereine, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der Nazi-Diktatur gegründet wurden, hatten laut Scherer nicht nur eine sportliche Funktion. Die Vereine — auch der ASV Pegnitz — boten vielen Menschen eine neue Heimat.

Sie fanden hier Bedingungen vor, auf die sie sich verlassen konnten, wollten aber auch sportliche Leistungen zeigen. Der Start sei schwierig gewesen, gespielt wurde auf sumpfigen Wiesen und in unterschiedlichen Trikots.

Scherer plädierte dafür, dass Schulen und Sportvereine enger kooperieren sollten. Bei der Ganztagesschule könne er sich eine Mitarbeit der Vereine vorstellen. Die Politik müsse die Vereine stärken, denn hier würden Probleme bei Jugendlichen oft frühzeitig erkannt. Teamgeist und Einsicht für die anderen wachse in Vereine und Mannschaften, so Herbert Scherer.

Landrat Dr. Klaus-Günter Dietel sprach Dank und Anerkennung für das Geschaffene aus. Auch er betonte den hohen Stellenwert der Vereine: „Wer sich im Spiel fair und sozial verhalte, verhält sich in der Regel auch so im Leben.“ Er riet davon ab, mit Legionären krampfhaft den Erfolg zu suchen: Lieber einen Aufstieg nicht machen und warten, bis die eigene Jugend stark genug ist.“ Dietel überreichte einen Scheck von der Sparkasse Bayreuth an ASV-Chef Günter Bauer und meinte: „Mit dem, was drin ist, könnt ihr zufrieden sein.“

Bürgermeister Manfred Thümmler blickte zurück auf die Anfänge des ASV. „Der Verein hat den Vertriebenen eine neue Heimat gegeben und hat geholfen, junge Menschen zu integrieren.“ Die Stadt habe den Aufbau der Infrastruktur beim ASV von 1992 bis 2006 mit 205 000 Euro unterstützt. „Der Sport hat die Stadt geprägt und der ASV Pegnitz ist eine Säule der Stadt“, betonte der Bürgermeister.

Der Spielleiter der Fußballkreises Erlangen/Pegnitzgrund, Max Habermann, bezeichnete den ASV als sehr gut aufgestellt im Fußballbereich. Mit seiner Anlage habe er ideale Vorsausetzungen geschaffen. Heinz Rupprecht, Ex-Spielleiter im Fußballkreis Pegnitzgrund, lobte die Jugendarbeit des ASV und dankte allen Betreuern und Trainern. Er überreichte an ASV-Vorsitzenden Günter Bauer eine Ehrenurkunde für vorbildliche Arbeit im Fußballverband sowie eine Uhr.

Bauer ehrte 11 der 38 Gründungsmitglieder mit der Ehrenurkunde, der goldenen Ehrennadel mit Edelstein und dem ASV-Jubiläumskrug: Hans Förster, Heinrich Gentner, Ernst Grotz, Siegfried Schauer, Erich Wagner, Hans Gentner, Walter Chwalka, Georg Dörfler, Hermann Haberberger, Adolph Mayer und Josef Nowak.

Mit der Verdiensturkunde und Ehrennadel für 55-jährige Mitgliedschaft im ASV wurden ausgezeichnet: Adolf Krampert, Adolf Potzler, Rudolf Wahlich, Georg Asmus, Hans Barthelmann, Alfred Kiessling, Horst Metschl, Heinz Mäckl und Hans Schleupner. Für 50 Jahre wurden geehrt: Hans Eckert, Josef Geppert, Peter Halbig, Hartmut Halbig, Erhard Macha, Günther Pfab, Herbert Prinzewoski, Gustav Schreml, Josef Schwindel Heinz Strößner, Siegfried Schilling, Walter Lohmann, Ernst Wahlich, Oswin Bamberger, Ricklef Groß, Klaus Jepp, Wilhelm Mellinghoff, Fritz Ponfick, Wilfried Potzler, Peter Waldhof, Manfred Weise, Walter Gaube Hans Keller und Karl Ross.

Quelle: HANS-JOCHEN SCHAUER, Nordbayerischer Kurier


ASV als „Lebensschmiede”
Von allen Seiten Lob für das Geburtstagskind ASV Pegnitz zum 60. - Nachwuchsarbeit


Landrat Dr. Klaus-Günter Dietel bezeichnete den ASV als die „Mutter aller Sportvereine” in Pegnitz. Er sei mit heute zehn Sparten auch einer der ganz großen Sportvereine im Landkreis. Auch der Landkreis sei mit dem ASV in der Gestalt der Realschule eng verknüpft. Über 155 000 Euro habe der Landkreis in die gemeinsam genutzten Sportstätten investiert, so Dietel. In jüngster Zeit habe Vorsitzender Günter Bauer den ASV beim Pflegezuschuss gut vorangebracht. „Wir arbeiten eng zusammen”, betonte Dietel, der den ASV als „Lebensschmiede” bezeichnete.

Ehrung Bauer
Der ehemalige Kreisspielleiter Heinz Rupprecht (rechts) zeichnete ASV-Chef Günter Bauer (links) am Samstag mit der DFB-Ehrenurkunde und der DFB-Uhr aus. Quelle: NN
Die Kinder seien in den Sportvereinen bestens aufgehoben. Aber sie brauchen auch Geld, so der Landrat. Er trat mit Nachdruck für den Amateursport ein. „Lieber einmal den Aufstieg nicht machen und auf die eigene Jugend warten, als von irgendwoher Spieler einkaufen”, so Dietel. Nach den neuen Förderrichtlinien des Freistaats werden nun die Sportvereine benachteiligt, die viele Übungsleiter haben. „Da muss nachgebessert werden”, forderte Dietel. Im Landkreis gibt es sechs Vereine die dadurch über 300 Euro eingebüßt haben. Die werde der Landkreis nun besonders unterstützen.

Inhaltsschwere Kuverts

An Bauer überreichte Dietel Geldgeschenke der Sparkasse Bayreuth und des Landkreises. „Das Kuvert des Kreises verbirgt sich aber schwer hinter dem der Sparkasse”, so Dietel.

„Lieber 60 Jahre jung als 30 Jahre alt”, so begann Bürgermeister Manfred Thümmler seine Rede. Der ASV habe die Stadt Pegnitz mit damals 4000 Einwohnern nach dem Krieg wieder mit aufgebaut, habe vor allem den vielen Heimatvertriebenen eine neue Heimat gegeben, so Thümmler. Seit 1992 habe die Stadt in die Infrastruktur des ASV über 205 000 Euro investiert. Nicht nur sportlich, auch gesellschaftlich habe der Verein die Entwicklung vorangebracht. Der ASV sei für Pegnitz eine wichtige integrierende Kraft mit gesellschaftspolitischer Aufgabe, so Thümmler. Und er sei ein wichtiges Bindeglied zwischen Jung und Alt, was sich bei der Zeltkerwa deutlich zeigt.

Kreisvorsitzender Max Habermann sagte, dass der ASV im Fußball gut aufgestellt sei. Er verteidigte die im April stattgefundene Fusionierung der Spielkreise Erlangen und Pegnitzgrund. Die war notwendig, um den Spielbetrieb weiterhin zu gewährleisten, weil es in den Vereinen immer weniger Nachwuchskicker gebe. „In 20 Jahren werden wir da noch große Probleme bekommen”, so Habermann, der den Ehrenteller des Bezirks Mittelfranken überreichte.

Hervorragender Funktionär

Der ehemalige Kreisspielleiter Heinz Rupprecht zeichnete ASV-Chef Günter Bauer mit der DFB-Ehrenurkunde 2006 und der DFB-Uhr aus. Bauer sei seit mehr als 20 Jahren ein hervorragender Vereinsfunktionär, so Rupprecht. Schleierhaft für ihn, dass eine Stadt wie Nürnberg mit über 500 000 Einwohnern keine eigene Jugend zustande bringt.

Die habe der ASV in vorbildlicher Weise, so Rupprecht, der sich wünschte, dass der ASV Pegnitz und der FC Ottensoos in der nächsten Saison gemeinsam aufsteigen.

An Thümmler überreichte Rupprecht den „DFB-Vitamin-E-Ball” und Schiedsrichter Horst Schmidt übergab an Bauer den Ehrenteller der Schiedsrichtergruppe Pegnitzgrund. Anschließend wurden noch zahlreiche Mitglieder mit der Verdiensturkunde und der Ehrennadel des Bayerischen Landessportverbands geehrt. Als „55-Jährige” anwesend waren Adolf Krampert, Adolf Potzler und Rudolf Wahlich. Nicht kommen konnten Hans Barthelmann, Alfred Kiessling, Horst Metschl, Heinz Mäckl, Hans Schleupner und Georg Asmus.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft ehrte Bauer Hans Eckert, Josef Geppert, Peter und Hartmut Halbig, Erhard Macha, Günther Pfab, Herbert Prinzewoski, Gustav Schreml, Josef Schwindel und Heinz Strößner.

Entschuldigt waren Siegfried Schilling, Walter Lohmann, Ernst Wahlich, Oswin Bamberger, Ricklef Groß, Klaus Jepp, Wilhelm Mellinghoff, Fritz Ponfick, Wilfried Potzler, Peter Waldhof, Manfred Weise, Walter Gaube, Hans Keller und Karl Ross.

Flasche Jubiläumswein

Jeder der anwesenden Jubilare erhielt eine Flasche Jubiläumswein, und für die musikalische Umrahmung sorgte die Bläsergruppe Weiß. Übrigens: Die Hauskapelle Saigon des ASV besteht seit immerhin 40 Jahren.

Quelle: tw, Nordbayerischer Kurier


 

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