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Anekdoten aus früheren ASV-Zeiten ("lang lang ist's her")


Nur mit scharfen Gewehrschüssen in die Luft konnten amerikanische Soldaten in Lauf am Holz den ASV Fußballern freies Geleit vom Sportgelände verschaffen.

Wie kam es dazu:


Im Jahre 1947 oder 1948 mußten die ASV Fußballer zu einem Spiel in Lauf an Holz antreten. Nachdem die Fahrgelegenheiten damals sehr beschränkt waren, hatte man mit den, in der KSB-Villa untergebrachten, amerikanischen GIs das Arrangement getroffen, die ASV Fußballer am Sonntag immer zu den Auswärtsspielen zu chauffieren, nicht etwa im Bus, sondern auf der Ladefläche eines US-Trucks.

Nachdem der eingeteilte Verbandsschiedsrichter nicht erschien, mußte der ASV einen Schiedsrichter stellen. Mit Josef Schatz als Aushilfsschiedsrichter, er hatte schon eine Woche vorher die Lauf am Holzer in Heuchling gepfiffen, und das wahrscheinlich nicht gut genug für die Holzer, war man gar nicht so einverstanden. Das Spiel wurde letztendlich mit 3:2 von den ASV'lern gewonnen. Nun war die Hölle los.

Die Hausherren wollten die Pegnitzer zuerst nicht mehr in die Umkleidekabinen hinein und dann auch nicht mehr heraus lassen. Konrad Bauer postierte sich schützend im Türrahmen vor seine Sportkameraden und erhielt prompt einen Tritt in den verlängerten Rücken, dass ihm schier die Luft wegblieb. Karl Konzelmann, der als junger Schiedsrichter ebenfalls mit nach Lauf am Holz gefahren war, wurde kräftig abgewatscht. Bevor nun eine Massenkeilerei losging, schritten die amerikanischen GIs ein und stellten mit ein paar Warnschüssen in die Luft wieder Ruhe und Ordnung her.

Es waren schon ganz besondere Verhältnisse, mit denen man kämpfen mußte, um den Fußballsport zu betreiben.

Der Platz am Wiesweiher war ein besserer Kartoffelacker, die Tore gerade mal ein Behelf. So kam es, dass die Amerikaner die Tore absägten, weil sie wegen der kalten Witterung dringend Brennholz brauchten. Die Fußballer gingen erst einmal auf Holzsuche, um ein neues Tor zu bauen. Sie ergatterten sogar ein Stück Maschendraht für das Netz, allerdings war dieses etwas zu klein. Was unten fehlte, wurde mit Holzlatten ergänzt.

Ebenso improvisierten die Spieler mit den Trikots, die eigentlich schwarz-weiß sein sollten, doch es gab davon zu wenige. So spielten halt einige noch in Gelb aus den früheren Jahren.

Probleme gab es auch mit den Kabinen zum Umziehen. Wenn überhaupt, dann waren es nur Holzbaracken mit einer Badewanne pro Mannschaft.

In der damaligen Pionierzeit war die Zuständigkeit auf dem Sportplatz so manchem nicht ganz klar. Bei einem Altherrenspiel- es muß so um 1947 gewesen sein - erboste sich Konrad Kellermann so über den Mann in der schwarzen Kluft, dass Kellermann glatt als Spieler der gastgebenden Mannschaft den Unparteiischen vom Platz stellen wollte. Das bekam ihm aber nicht so gut, das Spiel wurde abgebrochen und er wurde seinerseits des Platzes verwiesen und für mehrere Spiele gesperrt. Auch der ASV mußte Buße tun und mit seiner ersten Mannschaft zwei Spiele nicht zuhause, sondern auf neutralem Platz antreten.

Es war in Alfalter. Der Sportplatz war vor Beginn des Spieles eine richtige Kuh-Arena. Der Imhofs Hermann hatte immer die größten Kuhfladen vor sich. Jedes Mal musste er mit der Tücke des Objektes kämpfen, weil eben diese Kuhfladen dem Ball wesentlich mehr Fahrt gaben und er, wie auch der Roß Karl, nicht immer schnell genug wegkamen. Jeder sah zur Halbzeit schon richtig sommersprossig aus. Nach dem Spiel stanken sie nicht nur wie Iltisse, sondern hatten auch große Mühe die getrockneten Spinatbrocken wieder von der Haut wegzubringen.


In Heilsbronn hatte der Vogels Adolf wahrscheinlich den ASV Frauen sein Leben zu verdanken. Schiedsrichter Greifauf geriet sich mit unserm Kapitän Hans Mellinghoff kräftig in die Haare. Der Greifauf´s Karle, der wahrscheinlich vorher schon kräftig geschluckt hatte, sagte zu Mellinghoff, wenn er nicht mehr mitmachen wolle, kann er ja auch gehen und das Spiel geht halt dann ohne ihn weiter. Das erboste den Vogels Adolf derart, dass zuletzt die einheimischen Zuschauer auf ihn losgingen. Nun zeigten die ASV Frauen was in ihnen steckte. Sie schlossen ein Kreis um den Adolf und schwangen ihre Regenschirme derart wild, dass die Angreifer zurückwichen. Alles hatte dann auch noch ein gutes Ende, denn das Spiel wurde mit 5:2 gewonnen.

Da gab es noch einiges über unseren Hans Barthelmann zu erzählen. Vor dem Spiel wurde sich konzentriert, Witze und Spaß gab es da in der Kabine nicht. All seine Kraft legte der Barthel in seine linke Klebe. Der Hersbrucker Torwart verspürte dies sehr schmerzlich, als er mit seinen Fingern zwischen den Ball und die Torlatte kam. Der Ball war so scharf geschossen, dass er sich glatt zwei Finger brach. Auch den damaligen Bürgermeister Ernst Mellinghoff hat er einmal von der Begrenzungstange geschossen und in das Reich der Träume geschickt.

Über seine enorme Schußkraft erzählt man sich auch heute noch sehr viel. Angeblich hat er schon einmal von der Mittellinie aus die Torlatte zu Bruch geschossen. Wahrscheinlich sind dies jedoch nur Geschichten von der Fußball-Legende Hans Barthelmann.

Mit der Geographie hatten schon einige ASV'ler ihre große Mühe. So passierte es dem Halbigs Peter, dass er mit dem Mannschaftskoffer in Hersbruck stand, obwohl wir in Schnaittach spielen sollten. Das gleiche machte auch der Langs Albin. Wir spielten in Vach und er wartete in Burgfarnbach auf uns. Als er dann in Vach ankam war das Spiel bereits zu Ende. Nach einem Spiel beim ATSV Erlangen erwischte man mit dem Omnibus die falsche Autobahnspur. Der Schneesturm war so stark, dass dies erst in Schnaittach auffiel. Zum Glück überstand man das ohne Schaden.

Dass der ASV gute Autofahrer in seinen Reihen hat ist kein Geheimnis. Als der Schwindels Sepp aber den Schiedsrichter mit dem Auto vom Platz holen wollte, war das schon etwas zuviel des Guten. Er hatte die Handbremse seines Autos am neuen A Platz nicht richtig angezogen, so dass das Auto sich selbständig machte, die Böschung hinab fuhr und in der Mitte des Spielfeldes zum stehen kam.

Auch unser Ehrenvorsitzender Bernd Haberland hatte da so ein Erlebnis. Bei handwerklichen Tätigkeiten fanden sich beim ASV immer viele Helfer, die natürlich Hunger und Durst litten. Der Bernd versorgte sie aber immer liebevoll mit Brotzeit und Bier. Dabei ging er fast einmal mit seinem Auto baden. Beim Erfassen einer Quelle nahe dem Sportheim standen die Arbeiter im Wassergraben und legten Drainagerohre ein, da kam ein silberner Opel "Senator" mit Schwung und Elan und fuhr ganz knapp an den Abhang zum Sportplatz heran. Alle dachten, jetzt wird er doch halten, aber er fand die Bremse nicht schnell genug. Als er dann doch anhielt, kippte das Auto langsam nach vorne. Die erschrockenen Männer starrten ihn durch die Frontscheibe an. Bernd stieg aus und tat ganz überrascht. Die Arbeiter krabbelten schnell den Hang hoch, und hielten das Auto, das sonst in den Drainagegraben gefallen wäre. Mit dem Seilzug wurde dann der "Senator" gerettet. Bernd machte sich hierbei keinerlei Sorgen.


 

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